Interview mit Alyssa Meister

Das spontanste Interview seit es Swabble gibt — Alyssa ist eine junge und talentierte Konzertfotografin, ihre Fotos könnt ihr auf ame-shots.de anschauen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Durchlesen!

Erzähl doch mal ein bisschen was über dich.

Über mich… Okay, beginnen wir mit den Grundinfos. Ich heiße Alyssa, bin 17 Jahre alt, lebe in Wuppertal und gehe noch zur Schule, welche ich hoffentlich 2013 dann mit Abitur verlassen werde. Im Prinzip ist die Schule für mich wichtig, da ich gerne nach dem Abitur „Kommunikations- und Multimediamanagement“, bzw. Medienmanagement studieren würde und der NC bei diesen Studiengängen leider bei 1,5 – 1,7 liegt. Plan B wäre für mich der Fotojournalismus und Plan C brauche ich hoffentlich nicht, denn der wäre mir bis jetzt neu. Ansonsten würde ich behaupten, dass ich eigentlich ein ganz umgänglicher Mensch bin.

Du bist erst 17 Jahre alt. Seit wann interessierst du dich für die Fotografie? Wie kamst du dazu?

Das ist eine gute Frage, wobei ich da ein bisschen zwischen richtigem Interesse und eher so dem „Knips“-Interesse unterscheiden muss. Das „Knips“-Interesse begann denke ich so mit 12-13 Jahren, als ich dann unbedingt eine Digitalkamera haben wollte. Mein Hauptmotiv waren damals – oh Wunder, oh Wunder – Pferde. Das Interesse entwickelte sich dann eigentlich recht schnell weiter. Spätestens als ich Ende 2010 die Chance bekam ab und zu eine lokale Pressefotografin zu begleiten, war für mich klar, dass ich die Fotografie zu meinem Hobby machen möchte. Und eigentlich begann dann alles auf dem Wuppertaler Schüler Rockfestival. Ich wollte nicht nur als Besucherin dabei sein, sondern näher dran und am besten mit Kamera. Das hat dann auch geklappt – womit mein Interesse zur Konzertfotografie richtig geweckt wurde. Der Rest kam irgendwie mit ganz viel Glück und gutem Wind oder so. Alles lief und läuft irgendwie wie von selbst, das Ganze hat sich so schnell weiter entwickelt. Nun ja, so kam ich zu diesem viel zu teuren Hobby.

Möchtest du die Fotografie später auch beruflich ausüben?

Eventuell. Ich habe ja bereits zu Beginn erwähnt, dass mein Plan B für die Zukunft eventuell der Fotojournalismus sein soll, denn dieser Bereich interessiert mich wirklich sehr. Ansonsten, da die Chancen von der Konzert- bzw. Tour-Fotografie zu leben (wie es manch einer kann, den ich sehr beneide) nicht sehr groß sind, eher nein. Aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Das wäre natürlich mein Plan A*.

Konzertfotografie ist schwierig und stressig. Was macht für dich den Reiz daran aus?

Das ganze Paket. Musik, Fotografie, neue Situationen und eben Stress. Klingt vielleicht komisch, aber ich mag den Stress auf Konzerten; den Druck, irgendwie ein gutes Bild hinzubekommen, egal wie schlecht das Licht ist. Die Konzertfotografie ist eben sehr Abwechslungsreich, das mag ich. Jeder Künstler verhält sich anders, jedes Publikum verhält sich irgendwo anders, genauso die Kollegen im Graben. Es macht mir einfach großen Spaß, das Beste aus jeder noch so schwierigen Situation herauszuholen. Jedes Mal, wenn es auf’s neue „three songs, no flash“ heißt, ist das wie ein Adrenalin Kick für mich. Das Licht geht aus, die Menge kreischt, die Band betritt die Bühne. Ich liebe dieses Gefühl, wobei ich, wenn ich dann im Graben stehe automatisch alles um mich herum ausblende. Ist manchmal echt nervig, vor allem bei Bands, die man mag und die dann zu Beginn auch noch die Lieblingssongs spielen.

Welches war das tollste/außergewöhnlichstes Konzert, das du fotografiert hast, und warum?

Schwierige Frage, aber ich glaube das war bei den Sick Puppies dieses Jahr, im FZW in Dortmund. Es gab keinen Graben, es war eine super kleine Location und das ist eine meiner Lieblingsbands. Zudem war der Support genial, wenn auch das Licht zuerst grausam. Beim main act wurde das Licht dann zum Glück besser, dementsprechend auch die Fotos, mit denen ich letztendlich auch recht zufrieden war. Nun ja, zusammen mit einer guten Freundin stand ich gezwungenermaßen in der Ersten Reihe und auch noch so zwischen den Boxen, dass ich die ganze Zeit die Gitarre des Sängers im Gesicht hatte. Als dann auch noch die Anweisung kam „jetzt fasst eurem Vordermann auf die Schulter und bei drei fangt ihr alle an zu springen“ wurde es etwas kritisch. Ich musste mich wirklich am Bühnenrand festklammern und meine Kamera in die Luft strecken, damit die Kamera nicht zerquetscht ODER vom Sänger umgehauen wurde.

Welche Bands möchtest du unbedingt noch fotografieren und warum?

Rise Against. Seit einigen Jahren höre ich jetzt Rise Against und habe sie auch bereits einmal live gesehen – zu nicht-Fotografie-Zeiten. Erstens machen die gute Musik und zweitens war ich super neidisch, als sie dieses Jahr in Köln spielten, ein paar Kollegen dort waren und wirklich geniale Fotos dabei rauskamen. Die Band ist einfach super Energiegeladen und das zeigt sich dann auch in den Fotos.

Wann ist ein Foto perfekt für dich?

Da würde ich zwischen technisch perfekt und -mir fällt grad nicht der richtige Begriff ein- aussagemäßig perfekt. Zum technisch perfekten Foto zählen für mich der richtige Bildschnitt, der richtige Fokus, angemessene Schärfe und ausgefallene Blickwinkel – und vor allem nicht zu starkes Rauschen, womit ich dann auch schon bei meinem persönlichen Problem komme. Aussagemäßig ist für mich ein Foto dann perfekt, wenn ich es ansehe und quasi fühle, was in der gezeigten Situation passiert. Manchmal schaue ich mir fremde Konzertfotos an und finde mich gedanklich auf einmal auf dem Konzert wieder.

Digital oder gedruckt? Was findest du besser und warum?

Ich würde sagen beides. Ich mag Digital, weil man damit einfach viel mehr Möglichkeiten hat, was zum Beispiel die Bildmanipulation angeht. Ich bin keine gute Photoshopperin, aber ich bin immer wieder begeistert, wenn ich mir verschiedene Sachen bei Calvin Hollywood und Co. ansehe. Das ist schon der Wahnsinn, was die aus ein paar Fotos machen im Nachhinein, da bin ich echt neidisch. Andererseits mag ich auch gedruckte Fotos, die kann man wenigstens anfassen und in die Hand nehmen. Ich habe zum Beispiel ein Buch, wo ich eigentlich recht zusammenhangslos Fotos rein klebe, die ich mag und ich muss sagen, ich gucke mir das Buch wirklich gerne an, vor allem in Zeiten, wo es mal nicht einwandfrei läuft.

Kaffee oder Tee?

Kaffee. Definitiv Kaffee!



  • Geschrieben am 16.November 2011,
  • von