Grausame Fakten über billige Kleidung

Gierig nach dem Billigsten, stürzen sich die Menschen auf Discounter Artikel von bekannten Firmen. Drei Buchstaben – weiß auf rot – die mit Unterstützung einer künstlichen, piepsstimmigen Promineten vermarktet werden. Der Preis, Der Preis, Der Preis. Ohne viel nachzudenken lässt man sich in den Bann der knallroten Preisschilder ziehen. Kleidung clever kaufen. 25€ – Nicht mehr so verspricht der Konzern, braucht man um sich in einer Filiale komplett einkleiden zu lassen. 25€ im Monat und keinen Cent mehr, bekommen die Mitarbeiter der Slums in Asien, die für den Discount-Giganten die Billigwaren fertigen.

6 Tage die Woche, 10-16 Stunden am Tag. Gerade genug um die ganze Familie mit Reis zu ernähren. ARD hat es nach knapp einem Jahr Rechtsstreit geschafft, ihre traurige Dokumentation über einen dieser Konzerne zu veröffentlichen.

Slum Textil Produktion

Unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten hunderte Mitarbeiter an unserer vermeintlicher Schnäppchen-Kleidung, nähen im Akkord. Ohne Pause, ohne Rechte, ohne Würde.

Arbeitsschutz, Überstundenvergütung, Urlaub? Diese Worte kennen die Menschen dort nicht. Was für uns unvorstellbar ist, ist für sie Alltag. Sie beschweren sich nicht, aus Angst ihren überlebenswichtigen Arbeitsplatz zu verlieren und vermutlich auch, weil sie es schlichtweg nicht anders kennen. Das Elend umfasst nicht nur die reine Arbeitszeit. Nach Feierabend geht es direkt weiter. Eine 12-köpfige Familie zum Beispiel teilt sich ein einziges Zimmer zum wohnen.

Kranke Familienmitglieder, die nicht arbeiten können, werden mit dem wenigen Verdienst mitfinanziert. Einen Arzt können sich die meisten nicht leisten.  Der Leidensweg eines Kranken lässt sich kaum in Worte fassen. Dahinvegetierend und auf den Tod wartend nehmen sie ihr Schicksal einfach hin, ohne sich zu beschweren. Und was machen unterdessen die Big Bosse eines solchen Großunternehmens? Sie residieren in ihren überdimensionalen Villen, fahren schicke Autos und machen sich keine Gedanken um die Menschen, ohne die diese Unternehmen nicht existieren würden.

http://www.youtube.com/watch?v=e2L8N6uNxW4

Die meisten von uns sind von dem Schicksal der Menschen in den Slums zwar in irgendeiner Weise berührt, aber kurz nach Abschalten des Films sind die Bilder bereits wieder vergessen. Man hat es schließlich nicht direkt vor den eigenen Augen. Hat man nicht? Doch, denn nicht nur im Ausland wird gnadenlos ausgebeutet. Auch in Deutschland müssen die Mitarbeiter unter unwürdigen Bedingungen arbeiten.

Bei Minusgraden die Kunden bedienen und stundenlang Ware auffüllen, unangekündigte detektivische Taschenkontrollen nach Feierabend, den eigenen Müll mit nach Hause nehmen und dort entsorgen, als Aushilfe die komplette Leitung einer Filiale übernehmen, ohne vorherige Einarbeitung. Alltag für die Mitarbeiter.

Asien Textil

Unglaublich, aber wahr: Nachdem eine Filiale die Überlegung traf einen Betriebsrat zu gründen, wurden kurz darauf das komplette Team fristlos gekündigt und durch neue Mitarbeiter ersetzt. Alles an einem Tag wohlbemerkt!

Und das alles, damit wir für eine Jeans nur 10€ statt 20€ bezahlen müssen. Damit T-Shirts für nur 1€ das Stück verkauft werden können. Damit die Socken mit 0,50€ fast geschenkt sind. Können wir das wirklich mit unserem Gewissen vereinbaren? Wir können, dürfen und sollten nicht!

Natürlich darf man sparen, auf den Preis achten und vergleichen. Jedoch nicht, wenn uns die grausame Betriebspolitik eines solchen Unternehmens bekannt ist. Spätestens dann ist es Zeit zu handeln und diese Unternehmen nicht mehr zu unterstützen.

Und was kannst DU tun?

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  • Geschrieben am 21.Juni 2011,
  • von
  • Angie

    Einfach nur krass. Hauptsache billig, Hauptsache ein bisschen gespart. Und das auf Kosten anderer! Schlimm..

  • http://danielknauer.com Daniel

    Die ein oder anderen möchten nun bestimmt sagen, dass sie diverse Menschen keine „normal teuren“ Klamotten leisten können. Meiner Meinungn nach rechtfertigt das trotzdem nicht das Einkaufen in solchen Läden.

    Man unterstützt dadurch große Konzerne, die dadurch genau die Welt erschaffen, die auch bei Ihnen einkauft: Armut. Besser gebrauchte Klamotten, als neue von KiK. Meine ganz klare Meinung.

  • Nadia

    Eine ziemlich üble Sache! Wenn man bedenkt, was den Menschen so angetan wird. Aber einfach nicht zu den Läden gehen ist die eine Sache, aber die andere Sache ist doch die, die Umstände wirklich zu ändern. Was bringt es den armen Menschen, wenn die Firmen weg sind, die sie beschäftigen, aber am Ende arbeitslos sind und überhaupt nix mehr zu verdienen? Unter den Umständen ist das natürlich untragbar, aber es geht noch schlimmer. Fragt euch lieber, warum ist es den Konzernen überhaupt möglich, die Menschen so auszunutzen und was kann man dagegen tun? Man kann einerseits Druck auf die Konzerne ausüben, dort nichts mehr zu kaufen, aber so lange auch in den Ländern selber nichts gemacht wird, ist das wahrscheinlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Oder besser gefragt: was würde das für die Menschen dort bedeuten?

  • Helga

    Ich kaufe schon lange nichts mehr bei diesem Halsabschneider! Und das nicht erst, seit dieser Film im TV gesendet wurde. Denn wer Menschen unter so denkbar schlechten Umständen beschäftigt, bekommt von mir keinen cent!
    Sicher hilft es wohl kaum, den Mißstand zu beenden, aber hier ist wohl die Politik gefragt und die tut bekannterweise? Genau! NIX!