Emotionale Intelligenz

Der IQ sollte uns allen ein bekannte Abkürzung sein. Er ist die Kenngröße zur Bewertung des allgemeinen intellektuellen Leistungsvermögens eines Menschen. Er wird mit einem Test ermittelt und vergleicht die Intelligenz anhand einer Normstichprobe (Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, Alter und Zeitraum).

eq

Genau hier liegt das Problem. Es wird weniger ermittelt, vielmehr verglichen. Trauriger weise fand man erst vor kurzem (offiziell) heraus, und das liegt eigentlich auf der Hand, dass Menschen über verschiedene Intelligenzen verfügen. Ein Beispiel hierfür ist die Emotionale Intelligenz.

Nach neusten Erkenntnissen ist der EQ (Emotionaler Quotient) viel ausschlaggebender für den persönlichen und den beruflichen Erfolg, als der IQ. Mit emotionaler Intelligenz beschreibt man eine ganze Reihe diverser Fähigkeiten und Kompetenzen, wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, Mitgefühl, Menschlichkeit, Takt, Höflichkeit u.ä. – Johann Wolfgang von Goethe sprach hier auch von „Herzensbildung“.

Den Begriff Emotionale Intelligenz haben John Mayer (University of New Hampshire) und Peter Salovey (Yale University) zur Beschreibung der Fähigkeit eingeführt, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Dieses Konzept beruht auf der Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner (interpersonale und intrapersonale Intelligenz), deren Kerngedanke bereits von David Wechsler und Edward Thorndike als soziale Intelligenz bezeichnet wurde. ( Wikipedia )

Besonders ist, dass es bei der emotionalen Intelligenz sowohl um den Umgang mit sich selbst, als auch mit anderen Menschen geht. Auch Erfahrungen spielen hierbei eine Große Rolle.

Menschen mit einer hohen emotionalen Intelligenz sind beruflich oft sehr erfolgreich. Ihnen fällt es leicht zwischenmenschliche Beziehungen und Charaktere einzuschätzen und persönliche Vorteile daraus zu ziehen. Sie gehen kritisch mit den Meinungen anderer um und haben ein besonders ausgeprägtes und standhaftes Selbstbewusstsein.

Elemente der emotionalen Intelligenz:

  • Die eigenen Emotionen kennen
  • Emotionen beeinflussen
  • Emotionen in die Tat umsetzen
  • Empathie
  • Umgang mit Beziehungen

Zur Messung der Emotionalen Intelligenz in einem Test haben Salovey und Mayer dieses Konzept in vier Bereiche gegliedert. Es sind:

  • Wahrnehmung von Emotionen
  • Nutzung von Emotionen
  • Verstehen von Emotionen und
  • Beeinflussung von Emotionen.

Die Emotionale Intelligenz heißt nicht nur, eigene und fremde Emotionen zu deuten, sondern auch sie zu erkennen. Beispielsweise durch non-verbale Kommunikation und Mikro-Ausdrücken im Gesicht oder am ganzen Körper.

Wahrnehmung von Emotionen:

  • Emotionen in Gesichtern identifizieren
  • Emotionen in Landschaften und Designs identifizieren

Nutzung von Emotionen zur Unterstützung des Denkens:

  • emotionale Empfindungen mit anderen taktilen oder sensorischen Stimuli vergleichen
  • Emotionen identifizieren, die bestimmte Denkaufgaben bestmöglich unterstützen

Verstehen von Emotionen:

  • Wissen, unter welchen Umständen emotionale Zustände wechseln und wie ein emotionaler Zustand in einen anderen übergeht
  • Mehrere Emotionen in komplexeren affektiven Zuständen identifizieren

Umgang mit Emotionen:

  • Maßnahmen zur Veränderung des eigenen emotionalen Zustandes in hypothetischen Szenarien vorschlagen
  • Maßnahmen zur Beeinflussung des emotionalen Zustands anderer Personen zur Zielerreichung vorschlagen

via Wikipedia

Wer mehr zu dem Thema wissen will, dem empfehle ich den sehr ausführlichen Wikipedia Bericht sowie das Buch von Daniel Goleman. Es ist erstaunlich, was Intelligenz alles sein kann.



  • Geschrieben am 03.August 2011,
  • von
  • http://www.empathie-lernen.de Carlo Düllings

    Zunächst einmal vielen Dank für diesen Artikel, der einen ganz guten Einstieg in das Thema ermöglicht. Auch wenn er schon ein bisschen älter ist, möchte ich kurz was dazu sagen – schließlich handelt es sich ja auch um ein zeitloses Thema!

    Du schreibst, dass emotionale Intelligenz bedeutet, dass man seine eigenen Gefühle und die anderer versteht und gekonnt mit Ihnen umgehen kann, was richtig ist. Aber Du schreibst auch, dass man auch „Kommunikationsfähigkeit, Mitgefühl, Menschlichkeit, Takt, Höflichkeit“ unter emotionaler Intelligenz versteht, aber das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig.

    Beispielsweise Mitgefühl. Wenn ich stark mitfühle, dann bin ich natürlich besser auf der Dimension „Gefühle anderer wahrnehmen“ als andere. Mitgefühl führt meist auch dazu, dass man irgendwie helfen möchte. Wenn ich aber zu viel mitfühle, bin ich vielleicht gar nicht mehr in der Lage, mit meinen eigenen Gefühlen bestmöglich umzugehen. Meiner Meinung nach geht es bei emotionaler Intelligenz eher darum, möglichst effizient mit Gefühlen umzugehen. So beschreibt es ja auch Goleman. Wenn ich zu sehr mitfühle, kann dies zu einem stark emotional motivierten Verhalten führen, was häufig suboptimal ist. Ähnliches gilt auch für Menschlichkeit, Takt und Höflichkeit.

    Kommunikationsfähigkeit würde ich außerdem eher als Folge von emotionaler Intelligenz, denn als Teil von emotionaler Intelligenz ansehen. Hier kann ich aber auch gut verstehen, wieso man anderer Auffassung sein könnte.