Des Kaisers neue Kleider sind aus Papier!

Kleider aus Papier – wie die belgische Künstlerin Isabelle de Borchgrave aus einem alltäglichen Material wahre Hingucker gestaltet.

Weißes Barock-Kleid


Geht man durch die Reihen der Kleider in der derzeitigen Ausstellung von Isabelle de Borchgrave, könnte man fast meinen, man steht echten historischen Kleidungsstücken gegenüber. (Museum Legion of Honor in San Francisco – Ausstellung leider seit dem 12. Juni vorbei…)

zwei Kostüme aus dem 19. Jahrhundert von Isabelle de Borchgrave

Man könnte schnell der Illusion erliegen, dass die wunderschönen Roben der Damen und Herren vergangener Epochen in ihrer ganzen Stofflichkeit und Pracht aus ihren Originalgemälden direkt herausgezogen wurden, nur um sich dem Museumsbesucher in ihrer ganzen Fülle darzustellen. Doch wenn man näher herantritt merkt man schnell, dass man sich getäuscht hat.

nach einem Gemälde von Stanzione 1635 (siehe im Hintergrund)

Männerkleidung aus dem 18. Jahrhundert

Isabell de Borchgrave versteht sich sehr gut darin mit Papier verblüffend echte Kleider herzustellen. In ihrem Atelier in Brüssel arbeitet sie mit einem jungen Designerteam an verschiedenen Projekten. Als Malerin und Künstlerin ist sie fasziniert von alten Gemälden und von der Mode der vergangenen Jahrhunderte. Darin liegen auch ihre Vorbilder für ihre Kunstwerke.

Kleider der Medici-Frauen (de Borchgrave)

Das Grundmaterial ist Papier, welches sie selbst färbt, bemalt und behandelt, bis sie die verschiedenen Stoffe so realistisch wie möglich nachgebildet hat. Die Kunst liegt in der Verarbeitung des Papiers. Um das Gesamtbild zu vereinheitlichen, bildet sie auch Schmuck, Schuhe und andere Accessoires komplett mit Papier nach.

Bemalung des Stoffes

nach einem Kleid der Eleanor von Toledo (aus der Medici-Familie)

Ihr künstlerisches Schaffen umfasst jedoch nicht nur die Papierkunst der Kleider, Dekorartikel und Accessoires sondern auch die Malerei und das Design von Geschirr.

Detaile vom Kleid der Elisabeth I (Isabelle de Borchgrave)

(Alle Bilder sind der Webseite des Museums Legion of Honor in San Francisco entnommen. Vielen Dank!)



  • Geschrieben am 15.Juni 2011,
  • von
  • Angie

    Wow, interessante Arbeit! Sehr cool.