Der Swabble-Selbstversuch: Ayurveda-FastenDer zweite Tag.

Nach einer überraschend ruhigen Nacht wache ich um 6.30 Uhr völlig gerädert auf. Ich fühle mich, als ob mich ein Traktor während dem Schlaf überfahren hat. Mehrmals. Ich hatte erwartet völlig ausgeruht und fit wie ein Turnschuh aufzuwachen, aber nein. Fehlanzeige. Nach einer großen Tasse Kaffee fühle ich mich etwas besser und fahre zur Arbeit.

Bis zum Mittag verläuft der Tag bisher genau wie gestern: Ich trinke literweise Tee und Wasser und ignoriere die raschelnden Bäckertüten meiner Kollegen um mich herum. Wer braucht morgens schon ein frisch duftendes belegtes Brötchen?

Gemüsebrühe
In der Mittagspause traue ich mir dann zu, mit den Kollegen in die Kantine zu gehen, denn ich fühle mich ziemlich gut und bin davon überzeugt, dass ich das Fasten heute noch gut durchhalten werde. Bei einer leckeren Gurkenrahmsuppe genieße ich meine Pause, bis meine Kollegen irgendwann vorschlagen, eine Zigarette rauchen zu gehen. Konsequent wie ich (höchst selten) bin, kaufe ich mir lieber noch einen Milchkaffee und setze mich wieder an den Schreibtisch.

Während ich den Milchkaffee genieße stelle ich mir bereits bildlich vor, was ich morgen früh alles frühstücken kann: Ich denke an Rührei und Speck, an Brötchen und Wurst, Müsli und Früchte. Und ich kann diese Sachen beinahe schmecken. Also entweder ich drehe jetzt durch oder ich habe einfach nur Hunger. Da ich mich anscheinend gerne selbst quäle, beschließe ich nun einige vegetarische, süßigkeitenfreie Tage an meine Fastenkur zu hängen.

15.30 Uhr: So langsam wird es kritisch, denn auch nach fast 3 Litern Flüssigkeit knurrt mein Magen weiter munter vor sich hin. Soll ich das Experiment abbrechen und eine Kleinigkeit essen? Muss ja nichts großartiges sein. Nein, denke ich mir, jetzt habe ich 1,5 Tage durchgehalten, die restlichen Stunden werde ich auch noch schaffen. Heute erfahre ich einen extremen Unterscheid zu gestern: Ich habe kaum Verlangen nach einer Zigarette, dafür aber fällt mir der Verzicht auf feste Nahrung heute schwerer. Zu allem übel bekomme ich jetzt auch noch Kopfschmerzen.

16.15 Uhr: Mein Nachmittagssnack besteht aus 125 ml ungesüßtem Multivitaminsaft. Dieser ist relativ dickflüssig und beruhigt meinen Magen etwas. Danach geht es wieder etwas besser und meine Kopfschmerzen verschwinden auch langsam wieder.

20.00 Uhr: Ich sitze am Tisch mit der Familie und atme den verlockenden Duft von Pommes, Grillkäse, Bratwürste ein. Genüßlich schlemmt die Familie die Leckereien, will mich zu einer kleiner Mahlzeit überreden aber ich bin stark. Es fällt mir sehr schwer, aber ich will diese zwei Tage unbedingt schaffen, und in ein paar Stunden ist es schließlich geschafft. Auch heute gehe ich früh schlafen. Und erwache am nächsten Tag ausgeruht und fit. Um meinen Körper nicht sofort wieder zu belasten, setze ich die nächsten Tage auf leichte vegetarische Kost.

Fazit: Auch wenn zwei Tage nicht lange erscheinen, erfordert eine .Entgiftungskur viel Durchhaltevermögen und sollte nur gemacht werden, wenn man körperlich fit ist. Generell empfehle ich die Kur nur mit Rücksprache eines Arztes durchzuführen. Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass man durch eine radikale Kur einige Laster wie zum Beispiel das Rauchen (hoffentlich für immer) loswerden kann. Man kann die Kur auch als Einstieg in eine Ernährungsumstellung sehen, allerdings sollte dies nicht der Hauptgrund für die Kur sein. Das Abnehmen steht bei einer Entgiftungskur nicht im Vordergrund.

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  • Geschrieben am 27.Oktober 2011,
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