Der Swabble-Selbstversuch: Ayurveda-FastenDer erste Tag.

Was bringt es, dieses Ayurveda-Fasten: Reinigung oder lediglich Selbstkastei? Zwei Tage lang hat die Swabble-Redaktion komplett auf feste Nahrung, Alkohol und Zigaretten verzichtet. Die Ayurveden selbst führen ihre „Entgiftungskur“ mehrmals im Jahr für einige Wochen durch und schwören darauf. Es werden mittlerweile sogar Ayurveda-Reisen nach Indien für mehrere Wochen angeboten. So viel Zeit konnten wir uns leider nicht nehmen, weshalb wir uns dann doch für die kürzere Variante entschieden.

Was soll es allerdings bringen, ein paar Tage auf feste Nahrung und sonstige Laster zu verzichten? Hat es tatsächlich eine reinigende Wirkung? Fühlt man sich besser oder entwickelt man sich eher zu einer hungernden Gefahr der schlechten Laune für sich und seine Mitmenschen? Um es genauer beurteilen zu können, machte das Swabble-Team einen gemeinsamen Selbstversuch…

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Tag 1: Um 6.30 Uhr beginnt der Tag. Mit einer Tasse Kaffee. Sonst nichts. In Gedanken sitze ich zwar wie gewohnt am Frühstückstisch mit leckeren Brötchen, Marmelade, Käse und Wurst. (Man gönnt sich ja sonst nichts). Soviel zu meiner Fantasie. In Wirklichkeit halte ich mich an der dampfenden Tasse Kaffee fest. Nach 5 Minuten ist das Frühstück auch schon vorbei, was man als wesentlicher Vorteil des Fastens werten könnte:: Man hat definitiv mehr Zeit für andere Dinge.

Um 8.00 Uhr sitze ich bereits an meinem Schreibtisch, erledige ein paar Dinge hier und ein bisschen Kram dort. Während ich aus dem Augenwinkel meine lieben Kollegen beim frühstücken beobachte, trinke ich meine Tasse Tee und mein Glas Wasser. Mein Ziel: Den Magen mit soviel Flüssigkeit zu füllen, dass ich kein Hunger mehr verspüre. Dies klappt soweit ganz gut, allerdings weiß ich am Mittag nicht genau, was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Kantine? Mittagstisch? Bäcker? Alles verlockende Angebote, aber ich weiß nicht, ob ich so stark bin, dass ich den Kollegen beim Mittagessen zuschauen kann, also verschwinde ich lieber in das Stadtzentrum.

Auf meinem Spaziergang durch die Stadt entdecke ich ein Reformhaus, in das ich schnurstracks reingehe. Wenn schon gesund dann richtig.
Ich kaufe mir also eine Packung Trink-Molke und ein paar kleine Flaschen Obstsaft, natürlich völlig bio und ungesüßt dazu. Voila, Mittagessen gefunden. Mit der Zeit merke ich, dass mir der Verzicht auf das Essen weniger ausmacht als der Verzicht auf Zigaretten. Mein größtes Laster. Und trotz meines eigentlich starken Willens gebe ich klein bei und zünde mir eine Zigarette an. Heimlich natürlich. Muss ja niemand wissen das man schwach geworden ist. Mein persönliches kleines Wunder: Nach 3 Zügen schmeckt sie mir schon nicht mehr und ich mache eine fast ganze Zigarette ohne mit der Wimper zu zucken wieder aus.

Der Nachmittag erweist sich als ruhig und ich bin damit beschäftigt eine Tasse Tee nach der anderen zu trinken. Die Molke habe ich übrigens nach einem Schluck komplett entsorgt. Bei aller Liebe, aber das geht gar nicht. Schmeckt wie flüssige, leicht verdorbene Pappe. Igitt.

Um 16.00 Uhr habe ich dennoch mein persönliches Ziel von drei Litern Flüssigkeit geschafft. Okay, die Kollegen wundern sich zwar etwas über meinen Dauerlauf zwischen Schreibtisch und Toilette. Aber hey, was tut man nicht alles für die Gesundheit?

Nach Feierabend geht es auf direktem Wege nach Hause, denn meine Gedanken werden beherrscht von einer leckeren selbstgemachten Gemüsesuppe, auf die ich mich schon den ganzen Tag freue. Daheim angekommen wird schnell alles zusammengeschnippelt, geköchelt und schließlich noch püriert. Bevor ich allerdings diese verlockend köstliche Suppe genießen kann, muss ich meine Verabredung zum Joggen noch einhalten. 45 Minuten geht es die Weinberge rauf und runter. Ein Glück, dass meine Joggingpartnerin heute auch etwas langsamer und gemütlicher eingestellt ist, also wird es eine wenig anstrengende Joggingrunde an der frischen Luft. Wenn das meinem Körper mal nicht gut tut.

Daheim angekommen gibt es eine sehr heiße Dusche und danach endlich meine Gemüsesuppe. Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich gar kein Suppenfreund bin. Ich bevorzuge ein saftiges Steak oder eine ordentliche Portion Nudeln statt einer dünnen Suppe. Naja, normalerweise ist es jedenfalls so. Heute allerdings esse ich meine Suppe mit einem Hochgenuss als würde ein 4 Gänge Menü vor mir stehen. Für den Abend habe ich nichts geplant, außer eine Runde fern zu sehen und dann früh schlafen gehen. Zu meinem Erstaunen schlafe ich wunderbar, kein Magenknurren und keine Essgelüste mitten in der Nacht.

Fazit des 1. Tages: Trotz kleiner Schwierigkeiten und Versuchungen bin ich am Abend stolz, durchgehalten zu haben und freue mich irgendwie sogar auf den nächsten Tag.

Fortsetzung folgt…



  • Geschrieben am 26.Oktober 2011,
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